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Kulinarische Begegnungen 25 – Yoko Ono

30. September 2018

Wir hatte  uns für Stockholm ein ziemlich straffes Kulinarikprogramm vorgenommen und für jeden Abend Restauranttische vorgebucht. Beim Sternekoch Mathias Dahlgren hatten wir am Tresen seines Bistros „Matbaren“ reserviert in der Hoffnung hier zusehen zu können, wie die Gerichte entstehen. Doch dem war nicht so, die einzelnen Teller kamen aus einer nicht einsehbaren Küche. Machte aber nichts, denn das was kam, sah nicht nur köstlich aus sondern schmeckte auch so. Und während wir so schwelgten und unserer Begeisterung auch wie immer Ausdruck verliehen, erschien Mathias Dahlgren neben uns. Der war sichtbar genervt angesichts der Aufmerksamkeit, die die prominente Gästeschar um Yoko Ono hervorrief, die am Nebentisch mit Gefolge dinierte. Sie hatte am Abend eine Kunstausstellung in Stockholm eröffnet und feierte hier wohl das Gelingen.

Ob wir nicht Lust hätten mit in die Küche zu kommen, er würde uns gerne seine Abläufe erklären…….Keine Ahnung, wie er darauf gekommen ist, dass uns das interessieren könnte, aber klar, da sind wir dabei. Und so nahm er uns mit. Nicht in die Bistroküche, die ja in vollem Betrieb war sondern in die an diesem Tag „leere“ Küche seines nebenan liegenden Gourmetrestaurants. Ausführlich erklärte er, wie das alles hier funktioniert, die einzelnen Posten usw. und dann öffnete er die Türe zu seiner „Kreativabteilung“. Ein Raum voller fein säuberlich beschrifteter transparenter Döschen, es mögen hunderte gewesen sein. Ähnliches hatten wir auch bei Elena Arzak in San Sebastian schon gesehen. Döschen mit „allen“ Kochzutaten dieser Erde, hier mit Schwerpunkt schwedischen Ursprungs. Da gab es Wurzeln und Kräuter, Blüten und Gräser, deren schwedische Namen und natürlich nichts sagten. Aber Mathias Dahlgren erklärte, öffnete die eine oder andere Dose, ließ uns probieren und hatte sichtlich Spaß weil wir nichts davon kannten. Er erzählte wie hier neue Ideen entstehen, wie er sie mit seinen Mitarbeitern zu realisieren versucht und dass das der eigentliche Spaß an seinem Beruf sei.

Die ganze Führung mag etwa eine halbe Stunde gedauert haben und nachdem er uns zurück in das Bistro geführt hatte, kamen erstmal zwei Gläschen Champagner aufs Haus und dann mussten wir erzählen, was uns kulinarisch antrieb. Yoko Ono, immerhin eine weltbekannte Künstlerin, interessierte ihn nicht die Bohne, er zuckte nur mit den Schultern und grinste uns an. Und noch ne Flasche Wein…..es wurde dann ziemlich spät.

Am nächsten Tag haben wir uns dann aber doch die Ausstellung von Yoko Ono angesehen. War sehr eindrucksvoll und hat meine Meinung über die John Lennon Begleiterin dann nachdrücklich korrigiert.