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Das Phänomen des Hähnchenrestaurants

30. Mai 2012

Sehr tief im Bergischen Land gibt es seit Jahren eine Dorfschänke, die weit bekannt ist. Dort gibt es nur zwei Gerichte: Bockwurst mit Fritten und Hähnchen mit Fritten. Soweit so unspektakulär. Die Kunde geht, dass „Hähnchen Ewald“ in Kürten die besten Hähnchen weit und breit macht (obwohl weit und breit nur Wiesen und Wälder sind) und dass der Laden jeden Tag nicht nur zum Bersten voll sei, sondern dass die Leute stundenlang Schlage stehen um dort zu esssen.

Ich hatte nun Gelegenheit, mich von dieser Dorfschänke selber zu überzeugen und mit großem Staunen die Geduld der Wartenden zu erleben. Sieben Tische im Schankraum, voll besetzt, etwa gleich viele im Nebenraum, voll besetzt und eine etwa 20 Personen lange Warteschlange draußen vor der Türe. Alle essen das gleiche: Ein halbes Hähnchen und eine Riesenportion Fritten rot/weiss, zu Preisen wie vor Jahrzehnten. Zwischendurch immer wieder Menschen, die mit Plastikschüsseln vorbestellte Fritten abholen und mit nach Hause nehmen. Es ist der Wahnsinn, was hier aus der Küche kommt. Die Qualität der Hähnchen ist klasse, wobei ich vermute, dass die extrem knusprige Haut Ergebnis einer finalen Fritteuse sein könnte. Gaffel-Köllsch vom Fass. Zum Dessert ein Kinderlutscher. Basta. So einfach können funktionierende Konzepte sein. Tief im Bergischen Land.