Kulinarische Begegnungen 70 – Chez Mario

Klingt französisch war aber ein italienisches Restaurant in Köln. Auf dem Eigenstein, vom Tor her kommend kurz vor der Unterführung auf der linken Seite. Jahrelang der Stammitaliener für so manche Mittagspause. Zu Viert waren wir hier um die Spezialität des Hauses Kalbsschnitzel mit einer Senf-Zwiebel-Panade mit Pasta und reichlich Salbeibutter zu essen. Das ging jahrelang so, wir hatten einen reservierten Tisch und beste Connections. Und manchmal konnten wir für den nächsten Tag auch Fische ordern, die wurden dann extra besorgt und zubereitet. Der Pinot Grigio als Hauswein ging immer, Wasser ganz selten und mit den Jungs im Service tauschten wir so manchen Witz aus. Das war Italien in Köln at its best, und aus dieser Zeit scheint ja auch die Haltung vieler Kölner zu kommen, dass ihre Stadt die nördlichste Italiens sei.

Chez Mario war unser italienisches Mittags-Zuhause, es war eine wunderbare Stimmung hier, es wurde toll gekocht. Und wenn mal ein Koch ausfiel, dan haben wir uns auch nicht gescheut das Jacket auszuziehen und uns an den Herd zu stellen……Hatte jemand Geburtstag gröhlte das gesamte Personal schön schräg „Auguri a te“. Das war herzzerreißend.

Nach und nach wurde der Eigelstein dann von türkischen Einzelhändlern, Dönerbuden und Billigläden eingenommen, das Publikum änderte sich und dann machte Chez Mario irgendwann zu. Still und ohne vorher Bescheid zu geben. Wir standen vor dem ausgeräumten Laden und hatten Tränen in den Augen. Che cazzo.

 

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