Kulinarische Begegnungen 55 – Agriturismo Sardinien

Eine Rundreise durch Sardinien ist impuls- und ereignisreich, sie ist voller Eindrücke und wunderbarer Momente. Stimmt schon: die Sarden sind keine Italiener……Wir hatten den Wagen in einem Schatten spendenden Pinienwald geparkt um einen Strandtag an der Ostküste der Insel einzulegen. Türkises Wasser, schneeweisser Sand, kühle Getränke…alles so, wie man sich das vorstellt. Als wir nachmittags zum Auto zurückkehren, flattert an der Windschutzscheibe ein Zettel, kein Knöllchen sondern die Einladung eines Agriturismos in der Nähe zum Abendessen dort. Annonciert wurde ein italienisches Menu für einen mehr als überschaubaren Preis. Die Chefin de Cuisine ist sofort Feuer und Flamme, also abgemacht.

Wir fahren also gegen abends zu diesem Agriturismo, glücklicherweise war auf der Rückseite des Zettel eine Anfahrtskizze gezeichnet, und erreichen  einen riesigen Bauernhof. Die große weiss gestrichene Scheunentor steht weit offen, drinnen zu sehen eine lange Tafel für zwanzig bis dreißig Personen. Eine mehr als siebzigjährige schwarz gewandete zahnlose Dame dirigiert uns zum Parkplatz und bittet uns in die Scheune, wo schon einige Menschen an der langen Tafel Platz genommen hatten.

So nach und nach kommen weitere Gäste, es wird laut, Wasser und Wein wird gebracht, die Stimmung steigt. Erste Wurst-Schinken-und Käseplatten werden serviert, dazu warmes frisch gebackenes Brot, mehr Wein. Anschließend Pasta. Einfach, gut, gemüsrig, voller Geschmack. Riesige Salatschüsseln werden aufgefahren, buntes frisches Zeug, jeder kippt nach Gusto Essig und Öl dazu, nochwas Schinken. Es ist eine wunderbare Stimmung, die eigentlich nichts weiteres mehr gebraucht hätte. Doch dann geht das Menu erst so richtig los. Gegrillte Fische, Stückchen Zitrone, Öl. Super, weil knackfrisch. Danach Chiquale vom Grill, traumhaft. Langsam spannt der Ranzen, noch ein Gläschen kühler Weisswein bevor Dolce kommt. Ausgerechnet die Torta della Nonna, einer meiner All-time-favorits. Jetzt reichts aber….nicht in Sardinien. Grappa ist obligatorisch, frisches Obst auch noch und dann Espresso, wie ihn sowieso nur die Südländer hinkriegen. Das Ganze hat etwa zwanzig Euro pro Person gekostet, jeden Cent wert und für immer ein unverlierbarer sardischer Moment.

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