Kulinarische Begegnungen 37 – Feueralarm in der baskischen Pampa

D. und N. aus Berlin sind Freunde auf so mancher Weintour. Ob Sardinien, Toskana, Priorat oder wie diesmal im Rioja-Gebiet – stets sind es genussreiche und weinselige Touren gewesen. Für die Rückreise hatten wir uns vorgenommen, noch einige Tage die baskische Küste entlang zu fahren und dafür zwei Appartements übers Internet in einem abgelegenen Tal in Küstennähe gebucht. Ausschlaggebend die die Auswahl dieser Appartements war die Möglichkeit, eine im Erdgeschoss des Hauses befindliche Profiküche nutzen zu können, hier wollten wir nach all den Restaurantbesuchen mal wieder selber die Töpfe schwingen. So der Plan.

Wurde aber zunichte gemacht, denn für die einmalige Nutzung der Küche sollten zweihundert Euro hingelegt werden, was uns der Spaß nicht wert war. Hinzu kam, dass wir auf dem Weg dorthin nirgends einen Laden, einen Supermarkt oder eine andere Einkaufsquelle für Lebensmittel gefunden hatten. Lediglich ein Päckchen Nudeln und eine Dose Tomaten hatten wir ergattern können. Der für die Vermietung der Appartements zuständige Senior überreichte uns die Schlüssel und verabschiedete sich, als ein weiteres Ehepaar mit quängelndem Kleinkind ebenfalls eingetroffen war.

Improvisiationsstark wie wir nun mal sind war rasch der Plan in die Tat umgesetzt, die in jedem unserer Appartements befindlichen Kochplatten (es war jeweils nur eine da) parallel zu nutzen. In einem Appartement wurde ein Topf mit Wasser aufgesetzt, im anderen ein Topf für das Sösschen. Und weil das Ganze sich in die Länge zog und wir auf der gemeinsamen Terrasse noch das eine oder andere Gläschen Vino schlürften und die wunderbare Aussicht auf die Natur genossen, hatten wir fast das Nudelwasser vergessen. Fast. Denn plötzlich ging ein Alarm los. Ein widerlicher durchdringender Pfeifton ließ fast das ganze Haus erzittern. Wir sausten in die Appartements, einer der Feuermelder war intelligenterweise direkt über einer der Herdplatten montiert, der Wasserdampf hatte den Melder ausgelöst. Natürlich fanden wir keine Möglichkeit, das Ding abzustellen. Das wütende Ehepaar über uns mit inzwischen schreiendem Kleinkind war entnervt, rannte auf die Strasse, auf der sich schon Menschen aus entfernten Nachbarhäusern versammelt hatten. Ich zündete mir erst mal ein Zigarettchen an, schadet in solchen Fällen ja nie. Und wir palaverten mit den Spaniern. Niemand wusste, wie die Hausverwaltung der Appartements zu erreichen war, niemnd kannte sich mit dieser Alarmanlage aus und auch der Sicherungskasten war nicht zu finden. Kellerschlüssel hatten wir nicht.

Der schrille Signalton war hier draussen noch spektakulärer, es schien, als ob das Tal ein nicht enden wollendes Echo zurückwarf. Einer der Nachbar telefonierte sich die Finger wund und gab irgendwann das Zeichen, dass er jemanden erreicht hatte, der für Ruhe sorgen konnte. Und nach etwa zwanzig weiteren nervenden Minuten kam dann jener Hausmeister, der uns die Schlüssel übergeben hatte, fand aus dem Stand den Sicherungskasten und dann war Stille. Herrlich. Ein weiteres Zigarettchen.

Die Menschengruppe löste sich langsam auf und wir blieben draussen stehen. Hungrig. Was soll’s, wir haben dann doch noch die Pasta mit Tomatensösschen gekocht, war gar nicht so übel und noch das eine oder andere Fläschen geschlürft.

Und am nächsten Tag war aber sowas von feinstem Menu angesagt…..San Sebastian…….

Schlagwörter:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s