Kulinarische Begegnungen 28 – ABAC

Am Fuß des Tibidabo, das ist einer der beiden Haus-Berge Barcelonas, befindet sich das Edelhotel ABAC. Und das Restaurant gleichen Namens, das von Jordi Cruz geleitet wird, dem jüngsten Drei-Sternekoch Spaniens. Von den zahlreichen Besuchen dort (es ist nach wie vor eines meiner Lieblings-Restaurants in Barcelona) ist mir einer ganz besonders in Erinnerung geblieben. Das war irgendwann Mittags im August bei anständiger Hitze. Obwohl ich mit der Taxe gekommen war, tröpfelte doch das eine oder andere Schweißtröpfchen von meiner heißen Stirn, wahrscheinlich lag das auch an der beginnenden Vorfreude auf ein feines Menu.

Der Restaurantleiter begrüßt mich mit Namen. Ich stutze. Woher kennt der mich? Woher hat er meinen Namen? Weil mein Namen für spanische Zungen offensichtlich nur schwer auszusprechen ist, habe ich mir angewöhnt Tischreservierungen auf einen einprägsamen Namen zu buchen. Woher kennt der Typ also meinen echten Namen? Und woher weiß er ganz genau, wann ich das letzte Mal hier war? Nicht, dass ich geschmeichelt wäre, aber impoiniert hat mir das schon. (Und im Nachhinein erkläre ich mir das mit meiner Kreditkartenzahlung des letzten Besuches. Oder haben sie gar im Eingangsbereich eine Kamera mit Gesichtserkennungs-Software? Dennoch ist das eine für mich unglaubliche Gedächtnisleistung).

Nun befinden sich in dem Restaurant große runde Tische, die Platz haben für bis zu sechs Personen. Das möchte ich diesmal nicht, sondern bitte um einen  der kleinen Tische draußen auf der Terrasse. Kein Problem, rasch wird ein Tisch eingedeckt, einen Blick in die Speisekarte spare ich mir, ich will sowieso das Degustationsmenu (hier nachzusehen) und ein Fläschchen kühler Weisswein steht auch bald im Kühler. Entspannt lehne ich mich zurück, gönne mir noch ein Zigarettchen bevor es los geht. Als ich plötzlich ein leises Zischen zu hören glaube. Noch denke ich mir nichts dabei, wahrscheinlich irgendein Tier, das im Garten rumgeistert. Nach einigen Minuten wieder dieser Zischlaut. Und sofort weht ein kühler Wind über die Terrasse. Das geht so noch ein paar Mal, bis ich des Rätsels Lösung entdecke. Es ist eine „Wasserbedampfungsanlage“, die in die Holzdecken-Konstruktion der Terrasse integriert ist. Alle paar Minuten wird ein kurzer Wassernebel gesprüht, der herrliche Kühle in die Mittagshitze bläst. Solche Spielereien schätze ich sehr, das ist Service vom allerfeinsten.

Und als das Menu mit einem Tomaten-Tabasco-Stickstoffeis am Tisch zubereitet beginnt schwelge ich einmal mehr in kulinarischen Sphären, die ich nur hier in Barcelona ständig erlebe. Drei Sterne eben. Jedesmal ein Erlebnis. Auch hier. Der essbare Lippenstift zur Rechnung – Gimmick, wie ich es mag

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